Immobilien · 5 Min. Lesezeit
Anschlussfinanzierung: Der unterschätzte Spar-Hebel
Läuft deine Zinsbindung in den nächsten Jahren aus? Dann steht eine der größten finanziellen Entscheidungen deines Lebens an — und die meisten verschenken dabei tausende Euro an ihre Hausbank.
1. Warum du früh handeln solltest
Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung kannst du dir mit einem Forward-Darlehen heutige Zinsen für später sichern — gegen einen kleinen Aufschlag. Das lohnt sich, wenn du steigende Zinsen erwartest oder einfach Planungssicherheit willst.
Spätestens 12–18 Monate vor Ablauf solltest du aktiv vergleichen. Wer wartet, bis die Bank von selbst schreibt, bekommt selten das beste Angebot — die Verlängerung beim alten Institut (Prolongation) ist bequem, aber meist teurer.
2. Umschuldung ist einfacher als gedacht
Der Wechsel zu einer günstigeren Bank kostet nur Grundbuch-Umschreibung (wenige hundert Euro) — bei 0,3 % Zinsvorteil auf 200.000 € Restschuld sparst du das Vielfache. Die neue Bank übernimmt die Abwicklung.
Übrigens: Nach zehn Jahren Vollauszahlung kannst du jedes Darlehen mit sechs Monaten Frist kündigen (§ 489 BGB) — auch mitten in einer langen Zinsbindung. Viele wissen das nicht und zahlen jahrelang zu viel.
3. Restschuld aktiv drücken
Der Übergang zur Anschlussfinanzierung ist der beste Moment für Sondertilgungen: Jeder Euro weniger Restschuld verbessert deinen Beleihungsauslauf und damit den neuen Zins. Auch eine höhere Tilgung im neuen Vertrag beschleunigt den Weg zur Schuldenfreiheit enorm.
Rechne verschiedene Szenarien durch, bevor du unterschreibst — die Kombination aus Zins, Tilgung und Laufzeit sollte zu deiner Lebensplanung passen, nicht zur Standardvorlage der Bank.
Anschlussfinanzierung durchrechnen →Alle Ergebnisse dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine individuelle Anlage-, Versicherungs- oder Steuerberatung.