Immobilien · 7 Min. Lesezeit
Die erste Immobilie richtig finanzieren
Die Finanzierung entscheidet über zehntausende Euro — mehr als jede Verhandlung über den Kaufpreis. So gehst du strukturiert vor.
1. Budget realistisch bestimmen
Als Faustregel sollte deine Kreditrate 35 % deines Nettohaushaltseinkommens nicht überschreiten. Dazu kommen Rücklagen für Instandhaltung — bei Wohnungen zusätzlich das Hausgeld.
Vergiss die Kaufnebenkosten nicht: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, gegebenenfalls Makler summieren sich auf 10–12 % des Kaufpreises. Diese solltest du idealerweise aus Eigenkapital zahlen.
Berechne deine mögliche Rate →2. Eigenkapital strategisch einsetzen
Je mehr Eigenkapital, desto besser der Zins — die größten Sprünge passieren bei 10 %, 20 % und 30 % Beleihungsauslauf. Es kann sich aber lohnen, nicht alles einzubringen und eine Liquiditätsreserve zu behalten.
Bei Kapitalanlage-Immobilien gilt oft das Gegenteil: Hier kann eine hohe Finanzierung steuerlich attraktiv sein, weil Zinsen absetzbar sind. Das gehört individuell durchgerechnet.
3. Zinsbindung und Tilgung wählen
Lange Zinsbindungen (15–20 Jahre) kosten etwas mehr, geben aber Planungssicherheit. Eine anfängliche Tilgung von mindestens 2 % — besser 3 % — sorgt dafür, dass du nicht ewig abzahlst.
Sondertilgungsrechte und die Möglichkeit zum Tilgungssatzwechsel sind wertvolle Flexibilität, die oft wenig bis nichts extra kostet.
4. Angebote vergleichen — immer
Zwischen der Hausbank und dem besten Angebot am Markt liegen häufig 0,2–0,5 Prozentpunkte. Bei 400.000 € Kredit sind das über die Laufzeit schnell 30.000 € und mehr.
Ein ungebundener Finanzierungsvermittler vergleicht hunderte Banken und kennt die Anforderungen der Kreditgeber — das erhöht auch die Chance auf eine schnelle Zusage.
Alle Ergebnisse dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine individuelle Anlage-, Versicherungs- oder Steuerberatung.