Altersvorsorge · 6 Min. Lesezeit
Die Rentenlücke: verstehen, berechnen, schließen
Das Rentenniveau sinkt seit Jahren — wer heute jung ist, wird von der gesetzlichen Rente allein nicht leben können. Die gute Nachricht: Die Lücke lässt sich berechnen und planvoll schließen.
1. Warum die Lücke entsteht
Die gesetzliche Rente ist ein Umlagesystem: Die heutigen Beitragszahler finanzieren die heutigen Rentner. Weil immer weniger Erwerbstätige auf immer mehr Rentner kommen, sinkt das Rentenniveau — Richtung 48 % des Durchschnittseinkommens und perspektivisch darunter.
Konkret: Wer 3.000 € netto verdient, kann grob mit 1.300–1.600 € gesetzlicher Rente rechnen. Bei einem Bedarf von 80 % des letzten Nettos fehlen schnell 800–1.100 € — jeden Monat, über 20+ Rentenjahre.
2. Deine persönliche Lücke berechnen
Schritt eins: Renteninformation lesen (kommt jährlich per Post) und die dort prognostizierte Rente notieren — realistisch ist der mittlere Wert, inflationsbereinigt eher weniger. Schritt zwei: deinen Wunschbedarf im Alter ansetzen, üblich sind 80 % des heutigen Nettos.
Die Differenz ist deine monatliche Lücke. Multipliziert mit 12 und geteilt durch eine Entnahmerate von 4 % ergibt sich das Kapital, das du zum Rentenstart brauchst.
Berechne deine Rentenlücke →3. Die drei Schichten der Vorsorge
Schicht 1 ist die Basis (gesetzliche Rente, Rürup), Schicht 2 die geförderte Zusatzvorsorge (betriebliche Altersvorsorge, Riester), Schicht 3 die private Vorlage (ETF-Depot, Fondspolicen, Immobilien). Welche Kombination optimal ist, hängt von Steuersatz, Arbeitgeberzuschuss und Flexibilitätsbedürfnis ab.
Faustregel für den Start: Arbeitgeberzuschüsse zur bAV mitnehmen (geschenktes Geld), dann flexibel im Depot aufbauen. Alles Weitere ist Feintuning im Beratungsgespräch.
Alle Ergebnisse dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine individuelle Anlage-, Versicherungs- oder Steuerberatung.